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Eine Kolumne von Meret Sandmann

Meldung

Warum die Kombination aus Ernährung und Bewegung der Schlüssel zum Wunschgewicht ist

Eine neue Auswertung des indischen National Institute of Nutrition (ICMR-NIN) aus Hyderabad liefert gerade die nüchternste Antwort auf eine der meistdiskutierten Gesundheitsfragen unserer Zeit.

Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 16. September 2026

Warum die Kombination aus Ernährung und Bewegung der Schlüssel zum Wunschgewicht ist

Mit Daten von über einer halben Million Teilnehmern aus mehr als 50 Ländern zeigt die Studie: Wer dauerhaft Gewicht reduzieren will, kommt an der Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung nicht vorbei.

Was die Daten wirklich zeigen

Die Forscher um Dr. Mahesh Kumar Mummadi und Dr. Samarasimha Reddy haben keine kleine Einzelstudie ausgewertet, sondern 112 systematische Reviews und Meta-Analysen mit insgesamt 2.332 randomisierten kontrollierten Studien zusammengetragen. Das Ergebnis wurde im Fachjournal Obesity Pillars veröffentlicht und verglich Ernährungsinterventionen, Bewegung, Lebensstilanpassungen und Kombinationen bei Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas.

Die klarste Linie: Die Kombination aus Ernährungsumstellung und körperlicher Aktivität brachte die größten nachhaltigen Gewichtsreduktionen und verbesserte mehrere Blutzuckerwerte. Über einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten sanken der Nüchternblutzucker und die Insulinresistenz – für mich der spannendste Befund, weil er die Stoffwechselgesundheit direkt adressiert und nicht nur die Waage.

Bewegung allein senkte zudem den systolischen Blutdruck am deutlichsten, etwa 6,10 mmHg im Zeitfenster von 6 bis 12 Monaten. Das ist kein Lifestyle-Bonus, das ist ein klinisch relevantes Signal, das in jeder hausärztlichen Akte auftauchen sollte.

Intervallfasten wirkt kurz, nicht lang

Viele meiner Klienten kommen mit dem Wunsch nach Intervallfasten in die Beratung. Die NIN-Auswertung gibt hier eine deutliche Antwort: Intervallfasten reduzierte kurzfristig den diastolischen Blutdruck am stärksten und zeigte Gewichtsverlust bis zu 12 Monate. Danach war der Effekt allerdings nicht mehr nachweisbar. Wer also langfristig Gewicht halten will, sollte sich nicht auf diesen einen Mechanismus verlassen, auch wenn er sich im ersten halben Jahr großartig anfühlt.

Was du daraus machen kannst

Die Direktorin des ICMR-NIN, Dr. Bharati Kulkarni, fasst es so zusammen: „Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines integrierten Ansatzes im Adipositasmanagement. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Verhaltensunterstützung haben jeweils eine Rolle, aber ihre Kombination kann umfassendere und nachhaltigere Vorteile bieten."

Mein Alltag als Coach bestätigt das täglich. Die Klienten, die dauerhaft Ergebnisse sehen, sind nicht die mit dem kreativsten Diät-Protokoll. Es sind die, die drei Dinge parallel durchziehen: proteinreiche, sättigende Mahlzeiten ohne ständiges Kalorienzählen, zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche mit echter Intensität, und ein Minimum an Verhaltensanker, damit beides im Kalender bleibt. Genau dort entscheidet sich, ob aus einer Diät ein Lebensstil wird.

Falls du gerade überlegst, ob du Training oder Ernährung umstellen sollst: Fang nicht mit beidem gleichzeitig auf Maximallevel an. Such dir eine Säule, die du sechs Wochen konsequent durchziehst, und ergänze dann die zweite. Die Kombination gewinnt, aber nur, wenn du sie auch durchhältst.