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Eine Kolumne von Meret Sandmann

Meldung

Ketogene Ernährung senkt Leberfett laut klinischer Studie um 67 Prozent

Laut einer am 27. August in Cell Metabolism veröffentlichten Studie der Washington University School of Medicine reduzierte eine ketogene Diät das Leberfett bei Teilnehmenden mit Adipositas und Prädiabetes um durchschnittlich 67 Prozent.

Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 29. August 2026

Ketogene Ernährung senkt Leberfett laut klinischer Studie um 67 Prozent

Damit schnitt Keto deutlich besser ab als mediterrane oder fettarme pflanzenbetonte Kost – obwohl alle Gruppen gleich viel Gewicht verloren. Für meine Coaching-Praxis ist das relevant, weil es die alte Ausrede widerlegt, dass es nur auf die Waage ankommt.

So lief die Studie

42 Personen mit Adipositas, Prädiabetes und Fettleber wurden randomisiert auf drei Gruppen verteilt: ketogen mit 4 Prozent Kohlenhydraten und 73 Prozent Fett, mediterran mit 50 Prozent Kohlenhydraten und 35 Prozent Fett sowie pflanzenbetont fettarm mit 70 Prozent Kohlenhydraten und 15 Prozent Fett. Das Forschungsteam lieferte das gesamte Essen, alle Teilnehmenden trafen sich wöchentlich mit einer Ernährungsberaterin. Die Kalorien wurden so kalibriert, dass jede Gruppe rund 10 Prozent Körpergewicht verlor – was etwa vier bis fünf Monate dauerte.

Wo der Unterschied herkam

Alle drei Gruppen verbesserten Körperfett und Insulinsensitivität. Die Keto-Gruppe zeigte allerdings den stärksten Anstieg von Glucagon, das den Abbau von Leberfett fördert, sowie den deutlichsten Rückgang der Blutinsulinwerte. Etwa die Hälfte der Keto-Teilnehmenden erfüllte am Ende nicht mehr die Kriterien für Prädiabetes. Das Leberfett sank in der Keto-Gruppe um 67 Prozent, in den beiden anderen Gruppen um 45 Prozent.

Was das für meine Klienten bedeutet

Wer mit Fettleber und Prädiabetes bei mir sitzt, stellt eine Stoffwechselfrage, keine Geschmacksfrage. Die Daten legen nahe, dass die Kohlenhydratrestriktion einen eigenständigen therapeutischen Effekt auf den Leberstoffwechsel hat – unabhängig davon, was die Waage anzeigt.

Aber bevor jetzt jemand „also doch Keto" denkt: Diese Studie war klein, kurz und maximal kontrolliert. Das Essen wurde fertig geliefert, jede Woche stand eine Fachkraft bereit. Das ist Laborbedingung, kein Dienstagabend in der echten Küche. Ohne diese Struktur kippt Keto schnell in ein Wurst-Käse-Fettgemisch mit zu wenig Ballaststoffen – und dann dreht sich der vermeintliche Vorteil um.

Was ich also weiter beobachten werde: ob Folgestudien mit längerer Laufzeit und selbst gewählter Ernährung den metabolischen Vorsprung der Keto-Gruppe bestätigen. Und was passiert, wenn die professionelle Begleitung wegfällt – ob der Hebel dann hält oder ob die Insulinsensitivität wieder absackt.

Klar ist: Bei Fettleber ist die Kohlenhydratfrage kein Lifestyle-Thema, sondern ein direkter Hebel am Stoffwechsel. Wer das ignoriert, trainiert am falschen Rad.