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Eine Kolumne von Meret Sandmann

Meldung

Perimenopause and metabolism: How diet, protein and lifestyle protect women’s health in midlife

Zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr nehmen Frauen im Schnitt rund zehn Kilogramm zu – und der Grund ist weder mangelnde Disziplin noch ein mysteriöser „Stoffwechsel-Stillstand".

Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 09. September 2026

Perimenopause and metabolism: How diet, protein and lifestyle protect women’s health in midlife

Die Ursache liegt in einem gut dokumentierten hormonellen Umbau, der ab der Perimenopause den Energiehaushalt, die Appetitregulation und die Fettverteilung grundlegend verschiebt. Wer diesen Prozess versteht, kann gezielt dagegensteuern – mit Ernährungsanpassungen, die realistisch umsetzbar sind.

Was der sinkende Östrogenspiegel wirklich bewirkt

Östrogen ist nicht nur ein Geschlechtshormon – es reguliert über das zentrale Nervensystem den Grundumsatz und den Appetit, unterstützt die Insulinsensitivität und die Glukoseaufnahme in die Skelettmuskulatur und trägt zur gesunden Funktion der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse bei. Fällt der Spiegel in der Perimenopause, verlieren diese Schutzmechanismen an Kraft.

Die praktische Folge: Der Grundumsatz sinkt, die Appetitregulation wird ungenauer. Essen und Bewegung bleiben gleich, trotzdem wandern die Kilos nach oben – und zwar bevorzugt an die Taille. Fett verlagert sich zunehmend in die abdominale und viszerale Region, während gleichzeitig Muskelmasse und fettfreie Körpermasse abnehmen. Bei einigen Frauen entwickelt sich daraus eine sarkopenische Fettleibigkeit – ein Zustand, in dem zu viel Fett und zu wenig Muskeln aufeinandertreffen.

Warum das gefährlich ist: Vergrößertes viszerales Fettgewebe wird stoffwechselaktiv und fördert einen chronischen, niedriggradigen Entzündungszustand. Diese Entzündung kann Insulinresistenz begünstigen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Typ-2-Diabetes erhöhen.

Zusätzlich klagen bis zu 80 Prozent der Frauen über Symptome wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme – deren Ausprägung individuell stark variiert.

Protein, Fettverteilung und der Mythos der Kalorienrestriktion

Die naheliegende Reaktion auf die Gewichtszunahme – einfach deutlich weniger essen – ist in dieser Lebensphase kontraproduktiv. Sehr kalorienarme Ernährung unter 1.200 kcal pro Tag erhöht das Risiko für Mikronährstoffmängel und sollte ohne ärztliche Begleitung nicht praktiziert werden. Was dagegen funktioniert, ist eine nachhaltig moderat kalorienreduzierte Kost, die individuell angepasst ist.

Ein bewährtes Rahmenwerk liefert das mediterrane Ernährungsmuster: Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, gesunde Fette und möglichst wenig verarbeitete Produkte. Es unterstützt nachweislich die Herzgesundheit, die Blutzuckerregulation und das Gewichtsmanagement.

Entscheidend wird in der Perimenopause die Proteinversorgung. Da der altersbedingte Muskelabbau durch den Östrogenrückgang beschleunigt wird, empfehlen Experten eine tägliche Proteinzufuhr von etwa 1 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht – kombiniert mit Krafttraining. Praktisch heißt das: Jede Mahlzeit rund um eiweißreiche Lebensmittel aufbauen – Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder angereicherte Alternativen, Eier, Fisch, Geflügel und Soja. Wer das gezielt plant, muss nicht hungern – sondern strukturieren.

Und ja: Selbst eine moderate Gewichtsreduktion kann die Verträglichkeit von Hitzewallungen verbessern. Keine Wunderheilung, aber ein messbarer Effekt.

Was jetzt zählt – und was sich lohnt zu beobachten

Die Perimenopause ist kein Zustand, den man erduldet. Sie ist eine Phase, in der die falsche Strategie – extremes Kaloriendefizit, Cardio-Exzesse ohne Widerstandstraining, Ignorieren des Proteins – den Muskelabbau und die Stoffwechselverschlechterung beschleunigt. Die richtige Strategie: moderater Kalorienrahmen, hohe Proteindichte, systematisches Krafttraining und eine Ernährung, die Entzündung und Insulinresistenz nicht zusätzlich befeuert.

Für Frauen ab 40 bedeutet das konkret: Den Proteinbedarf jetzt neu kalkulieren, Krafttraining als nicht verhandelbaren Baustein etablieren und aufhören, Gewichtszunahme ausschließlich am Kalorienzähler festzumachen. Die Hormone verändern die Spielregeln – die Ernährung muss mitziehen.