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Eine Kolumne von Meret Sandmann

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Krafttraining richtig anpassen: So schützen Sie Muskeln, Knochen und Gelenke

Ab dem dritten Lebensjahrzehnt verliert der Mensch rund fünf Prozent seiner Muskelmasse pro Dekade — wer jetzt nicht gegensteuert, bezahlt die Rechnung mit sechzig. Dr.

Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 02. September 2026

Krafttraining richtig anpassen: So schützen Sie Muskeln, Knochen und Gelenke

Ignacio Valenciano, Traumatologe am Ribera Juan Cardona-Krankenhaus, hat die wichtigsten Anpassungen für jedes Alter zusammengefasst. Für alle, die Krafttraining betreiben oder beginnen wollen, ist das die ehrlichste Gebrauchsanleitung, die mir diese Woche untergekommen ist.

Was wirklich passiert, wenn du nichts tust

Valenciano beschreibt es ohne Drama: Ab 30 bis 40 beginnt der schleichende Verlust, ab 50 beschleunigt er sich, ab 60 bis 70 wird er im Alltag spürbar — Tüten heben, Treppen steigen, aufstehen. Bei Frauen setzt der Abbau früher und schneller ein, unter anderem wegen hormoneller Veränderungen und der direkten Verbindung zur Osteoporose. Männer verlieren absolut gesehen mehr, aber erst ab etwa 80 Jahren richtig sichtbar. Klingt nach Schicksal? Ist es nicht. Krafttraining ist das einzige bekannte Mittel, das diesen Verlust nicht nur bremst, sondern teilweise umkehrt — Muskelmasse aufbaut, Knochen stärkt, den Stoffwechsel scharf hält und Gelenke schützt, indem die umgebende Muskulatur sie stabilisiert.

Anpassung ist keine Theorie, sondern Pflicht

Wer als Kind oder Jugendlicher trainiert, sollte keine Gewichte stemmen, sondern mit dem eigenen Körpergewicht arbeiten — drei Mal pro Woche, verpackt in Challenges und Spiele, die Spaß machen: Kniebeugen, modifizierte Liegestütze, Planks, Ausfallschritte. Der Nutzen: bessere Knochendichte, Balance, weniger Verletzungen im Vereinssport.

Für Erwachsene gilt: zwei bis drei Einheiten pro Woche, nicht an aufeinanderfolgenden Tagen. Zwischen den Einheiten 24 bis 48 Stunden Pause, abhängig vom Trainingsvolumen und der Muskelgröße — ein Bizeps erholt sich schneller als ein Quadrizeps. Zwei bis vier Sätze pro Übung, acht bis zwölf Wiederholungen bei moderater bis hoher Intensität. Hier höre ich in der Praxis die meisten Ausreden: „Ich habe keine Zeit für drei Einheiten." Antwort: Du brauchst auch keine — zwei reichen, wenn du sauber arbeitest.

Ab 60 wird es ernst. Dann stehen drei oder mehr Einheiten pro Woche auf dem Plan, ein bis drei Sätze, zehn bis fünfzehn Wiederholungen, immer mit passender Last. Kraft allein reicht nicht — Balance und Mobilität müssen mit, sonst kippt die Statistik in Richtung Sturz. Wer neu startet und Vorerkrankungen hat, geht vorher zum Arzt. Nicht „bei Gelegenheit", sondern vorher.

Was du diese Woche ändern kannst

Drei Fragen, ehrlich beantwortet: Trainierst du aktuell mindestens zwei Mal pro Woche mit Widerstand — egal ob Hantel, Maschine oder Körpergewicht? Liegen deine Sätze zwischen acht und zwölf Wiederholungen bei einer Last, die dich in den letzten zwei Reps deutlich fordert? Gönnst du deinen Muskeln mindestens einen Tag Erholung zwischen Einheiten an derselben Körperpartie?

Zwei Nein? Dann ist dein Plan kein Trainingsplan, sondern Bewegung mit guter Absicht. Eine Nein? Genau dort liegt dein größter Hebel — und keine Pille der Welt ersetzt ihn. Akute Infektion, Fieber, frische Verletzung? Pause. Sonst gilt: anfangen, anpassen, dranbleiben. Dein Skelett vergisst nichts — und dein Muskel auch nicht.