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Eine Kolumne von Meret Sandmann

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Warum Ruhetage der Schlüssel sind, um Burnout im Training zu vermeiden

EatingWell, Yahoo und Yahoo News Canada greifen diese Woche fast gleichzeitig drei Themen auf, die in meinem Coaching jede Woche auf dem Tisch landen: Ruhetage, Solo-Krafttraining und das, was mit…

Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 29. August 2026

Warum Ruhetage der Schlüssel sind, um Burnout im Training zu vermeiden

EatingWell, Yahoo und Yahoo News Canada greifen diese Woche fast gleichzeitig drei Themen auf, die in meinem Coaching jede Woche auf dem Tisch landen: Ruhetage, Solo-Krafttraining und das, was mit Muskeln und Knochen ab 40 passiert. Das sind keine zufälligen Überschriften. Das sind die drei hartnäckigsten Ausreden meiner Klienten, neu verpackt als Trendartikel.

Ruhetage sind Teil des Trainings

Der EatingWell-Beitrag erzählt den Klassiker: Jemand trainiert zu viel, brennt aus und lernt – meistens zu spät – die Bedeutung von Erholung. Ich kenne diese Geschichte, weil ich sie selbst gelebt habe. Mit Anfang dreißig habe ich mir sechs Einheiten pro Woche als Disziplin verkauft, während mein Körper längst warnte: schlechterer Schlaf, stagnierende Kraftwerte, ein Ruhepuls, der morgens nicht mehr unter 70 fiel.

Die Physiologie ist unbestechlich. Muskelproteinsynthese – der Reparaturprozess, der Ihre Fasern stärken soll – läuft nicht im Satz, sondern in den 24 bis 72 Stunden danach. Wer diesem Fenster keine Ruhe gibt, trainiert in einen übersäuerten, hormonell gestressten Zustand hinein. Im Klartext: progressive Überlastung mit der Konsequenz, dass Sie müder werden statt fitter. Zwei bis vier Ruhetage pro Woche, je nach Volumen. Schlaf als Trainingsparameter behandeln, nicht als Nebenwirkung.

Krafttraining ohne Coach: möglich, aber nicht trivial

Der Yahoo-Artikel wirbt für den Solo-Start. Ich stimme zu – mit einem Aber, das ich täglich in der Praxis sehe. Ja, Sie können ohne Trainer stark werden. Nein, es ist nicht so einfach, wie es verkauft wird.

Die häufigsten Fehler bei Solo-Sportlern: zu schnelle Progression – jede Woche mehr Gewicht, obwohl der Körper eine Plateauphase bräuchte. Ignorierte Technik, weil die Form auf dem Video irgendwie anders aussah. Und fehlende Periodisierung – kein Plan, wann Last und Volumen bewusst gesenkt werden, um dann gezielt zu steigern.

Mein Vorschlag für den Einstieg: zwei Ganzkörper-Einheiten pro Woche. Grundübungen – Kniebeuge, Rudern, Bankdrücken. Ein simples Progression-Schema: mehr Wiederholungen oder mehr Gewicht, nie beides gleichzeitig. Ein Trainingstagebuch, in dem Sie notieren, was Sie tatsächlich gemacht haben. Kein Zubehör, das Ihr Geld will.

Ab 40 beginnt die Rechnung

Der Beitrag aus Yahoo News Canada greift das dritte große Thema auf: was mit Muskeln und Knochen im Alter passiert. Hier wird es unbequem. Ab dem vierten Lebensjahrzehnt beginnt die Skelettmuskelmasse messbar zu schrumpfen – Sarkopenie im Fachjargon. Parallel verliert Knochen an Dichte, bei Frauen nach den Wechseljahren besonders ausgeprägt, bei Männern etwas verzögert, aber nicht weniger relevant.

Die Gegenstrategie: Protein auf 1,4 bis 1,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht anheben, um die Muskelproteinsynthese zu stützen. Krafttraining wird ab diesem Punkt nicht optional, sondern zur nicht verhandelbaren Gesundheitsmaßnahme. Wer mit 60 noch selbst Treppen steigen will, baut die Basis mit 40 – oder gar nicht.

Zum Schluss, weil ich den Satz jede Woche höre: „Ich bin zu alt für Krafttraining." Nein. Sie sind zu alt, um es nicht zu tun.