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Eine Kolumne von Meret Sandmann

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Funktionelles Training: So integrieren Sie alltagsnahe Bewegungsabläufe in Ihr Fitnessprogramm

Wie mehrere aktuelle Beiträge zeigen, darunter ein Überblick bei K24 Digital zum Training, das Alltagsbewegungen abbildet, entscheidet nicht die Übung über den Nutzen, sondern die Frage, ob der…

Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 14. September 2026

Funktionelles Training: So integrieren Sie alltagsnahe Bewegungsabläufe in Ihr Fitnessprogramm

Ein 66-Kilo-Kreuzheben mit 57, dreimal die Woche Boxen und trotzdem keine verklemmte Hüfte – das aktuelle Beispiel von Helena Christensen, das Women's Health diese Woche aufgreift, zeigt, was funktionelles Training tatsächlich leistet. Wer den Werkzeugkasten öffnet, ohne zu wissen, welches Werkzeug wofür gedacht ist, lädt sich seltener Verletzungen ein als Bewegungsfrust. Wie mehrere aktuelle Beiträge zeigen, darunter ein Überblick bei K24 Digital zum Training, das Alltagsbewegungen abbildet, entscheidet nicht die Übung über den Nutzen, sondern die Frage, ob der Bewegungsablauf tatsächlich passt.

Was funktionelles Training leistet – und was nicht

Christensen stemmt seit Jahren Gewichte, boxt fest dreimal pro Woche mit Coach Jason Lee, mit dem sie nach eigener Aussage seit fünfzehn Jahren trainiert. Krafttraining, sagt sie sinngemäß, sei die wichtigste Übung überhaupt. Das ist keine Lifestyle-Poesie, sondern eine klinisch nachvollziehbare Position.

Wer regelmäßig Lasten kontrolliert hebt, trainiert nicht nur Bizeps und Latissimus, sondern das propriozeptive System, die faszialen Spannungsketten und vor allem die Fähigkeit, unter Last ruhig zu atmen. Genau diese Fähigkeit bricht im Alltag als Erstes weg, wenn sie nicht trainiert wird: Einkaufstasche, Kind auf dem Arm, Koffer aus dem Auto. Wer hier Defizite hat, kompensiert mit der Wirbelsäule. Wer vorbereitet ist, schluckt die Last einfach.

NEAT – der unterschätzte Hebel

Christensen nutzt etwas, das die meisten unterschätzen: Bewegung dort, wo sie hingehört – in den Alltag. Sie läuft, statt Auto zu fahren. Sie macht Kniebeugen, wenn sie Wäsche in den Schrank räumt. Staubsaugen, sagt sie, beruhige sie, lenke ab und koste Kalorien.

Das ist, was die Forschung NEAT nennt: Non-Exercise Activity Thermogenesis. Alles, was kein strukturiertes Training ist, aber Bewegung erzeugt. Treppen statt Aufzug, Rad statt Bahn, Gartenarbeit, Putzen, zu Fuß zum Bäcker. Für jemanden mit sitzender Büroarbeit kann das den entscheidenden Unterschied machen, ohne dass ein einziger Satz Kniebeugen im Studio nötig wäre.

Worauf Sie diese Woche achten sollten

Drei Punkte sind nicht verhandelbar, wenn Sie mit funktionellem Training anfangen oder Ihr bestehendes Programm prüfen.

Erstens die Übungsauswahl: Wählen Sie Muster, die Sie im Alltag tatsächlich brauchen. Ein Bauarbeiter braucht andere Reize als eine Erzieherin. Wer mit 55 noch Enkel auf den Arm nehmen will, trainiert Heben und Tragen, nicht Military Press.

Zweitens die Frequenz: Belastung folgt der Woche, nicht dem Kalender. Christensen boxt fest dreimal pro Woche, der Rest ist flexibel. Wer sich jeden Montag zu hundert Prozent quält, hält selten bis März durch.

Drittens der Realitätscheck: NDTV greift diese Woche die Frage auf, ob Krafttraining chronische Schmerzen verschlimmert oder lindert – ein Thema, das jeden betrifft, der mit Knie-, Rücken- oder Schulterproblemen starten will. Wer Schmerzen hat, lässt sich vorher physiotherapeutisch screenen. Punkt.

Funktionelles Training endet nicht am Spind. Es beginnt dort.