Starke Basis ab 40: Diese 8 Bewegungen sichern Ihre Fitness ein Leben lang
Nach Angaben von Men’s Health setzt der 48-jährige Fitnesscoach Tom Ragusa in seinem Ganzkörpertraining inzwischen auf acht grundlegende Bewegungsmuster.
Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 26. August 2026

Seine Botschaft ist unspektakulär und gerade deshalb relevant: Für langfristige Kraft braucht es weder ständig neue Workouts noch möglichst viel Muskelkater. Entscheidend sind Übungen, die regelmäßig trainiert werden können und den Alltag tatsächlich abbilden.
Acht Bewegungsmuster statt Trainingszirkus
Ragusas Auswahl basiert auf Bewegungen, die der Körper dauerhaft beherrschen sollte. Dazu gehören Kniebeugen, Überkopfdrücken und eine zweite Druckrichtung für Brust und vordere Schulter. Ergänzt wird das durch eine Hüftbeuge, vertikales Ziehen und eine brustgestützte Zugbewegung.
Die letzten beiden Bausteine sind einbeinige Arbeit und beladenes Gehen. Konkret nennt der Beitrag Ausfallschritte beim Gehen sowie sogenannte Loaded Carries: Gewichte aufnehmen und kontrolliert damit gehen. Das klingt nicht nach einer spektakulären Fitness-Challenge. Genau das ist der Punkt. Griffkraft, Rumpfspannung, Schultern und oberer Rücken müssen dabei gemeinsam arbeiten, während jede Seite beim Gehen stabilisiert werden muss.
Für mich ist diese Auswahl vor allem deshalb sinnvoll, weil sie nicht versucht, den Körper in einzelne Muskelgruppen zu zerlegen. Eine Kniebeuge fordert nicht nur die Beine. Ein Carry ist nicht bloß ein Griffkrafttest. Und Zugübungen sind nicht lediglich eine Gegenbewegung zum Drücken, sondern trainieren auch die Fähigkeit, den Oberkörper unter Last zu kontrollieren.
Warum Einfachheit ab 40 kein Rückschritt ist
Laut Men’s Health begründet Ragusa die Auswahl mit der Notwendigkeit, Knie, Hüften und Beine funktionsfähig zu halten, die Beweglichkeit der Schultern zu bewahren und die hintere Körperseite zu stärken. Die Hüftbeuge soll dabei insbesondere hintere Oberschenkel und unteren Rücken in ihrer Aufgabe halten. Zugbewegungen setzen einen Ausgleich zu viel sitzender Arbeit und viel Drucktraining.
Das sind keine geheimen Übungen. Es sind Bewegungsmuster, die viele Trainierende längst kennen. Der Unterschied liegt in der Priorisierung. Wer jede Woche neue Varianten ausprobiert, trainiert oft vor allem seine Fähigkeit, neue Varianten auszuprobieren. Das kann unterhaltsam sein, ersetzt aber keine progressive Überlastung – also den planvollen Aufbau von Belastung über die Zeit.
Ebenso wichtig ist die Erholung. Der Beitrag betont, dass Krafttraining über 40 nicht zwingend komplizierter werden muss, sondern häufig von einer klareren Auswahl und ausreichender Regeneration profitiert. Das ist kein Freifahrtschein für bequemes Training. Es ist eine Absage an planloses Training, bei dem jede Einheit beweisen soll, wie erschöpft man am Ende ist.
Muskelkater ist kein Trainingsziel. Er ist höchstens ein Nebenprodukt. Wer nach jeder Einheit kaum Treppen steigen kann, hat nicht automatisch besser trainiert – möglicherweise hat er nur die nächste sinnvolle Einheit sabotiert.
Was ich daraus für den Alltag ableite
Ich würde diese acht Muster nicht als starres Programm übernehmen. Ein Trainingsplan muss zur Person, zur Bewegungserfahrung und zur verfügbaren Ausstattung passen. Der Beitrag zeigt jedoch eine robuste Reihenfolge für die Planung:
- eine Kniebeugenbewegung,
- eine Hüftbeuge,
- Drücken über Kopf,
- horizontales Drücken,
- vertikales Ziehen,
- brustgestütztes Ziehen,
- einbeinige Übungen,
- Tragen unter Last.
Kurzhanteln reichen laut dem Beitrag für viele dieser Aufgaben aus. Wenn eine Langhantel oder eine Belt-Squat-Maschine verfügbar ist, kann sie für das Kniebeugenmuster ebenfalls eingesetzt werden. Das Werkzeug ist zweitrangig. Das Bewegungsmuster bleibt der Kern.
Für meine Arbeit mit Klienten ist das eine nützliche Erinnerung: Ein gutes Training muss nicht möglichst umfangreich aussehen. Es muss wiederholbar sein. Wenn die Übungen verständlich sind, die Belastung kontrolliert steigt und die Erholung eingeplant wird, entsteht ein System, das sich über Jahre nutzen lässt. Genau dort beginnt nachhaltige Kraft – nicht beim nächsten zufälligen Workout aus dem Internet.