Traditional Inuit Diet: Foods, Nutrition, and Health Effects
News-Medical greift in seiner aktuellen Berichterstattung die traditionelle Inuit-Ernährung auf.
Meret Sandmann, Integrativer Gesundheitscoach und Sportphysiologin·aktualisiert 09. September 2026

Gleichzeitig zeigt ein Perspective-Artikel auf NutraIngredients, wohin sich die Beratungsdisziplin entwickeln könnte. Beide Stränge gehören für mich zusammen - die Inuit-Kost ist kein isoliertes Lebensmittelregime, sondern ein Beispiel dafür, wie Ernährung, Klima und Gemeinschaft ineinandergreifen.
One Health ohne Übersetzer bleibt Schlagwort
Die Forschungsgruppe des Egas Moniz Center for Interdisciplinary Research in Portugal bringt diese Logik in eine Sprache, die auch meine Disziplin betrifft. One Health fasst Gesundheit von Mensch, Tier und Ökosystem als untrennbar zusammen. Die Autorinnen und Autoren um Fernandes formulieren unmissverständlich: Solange die Prinzipien nicht in Ausbildung, Berufsrollen und Versorgungsstrukturen ankern, bleibt der Ansatz aspirativ. Beratung muss wirtschaftliche, soziale und ökologische Bedingungen mitdenken, nicht nur den Speiseplan. Diätassistentinnen sollen ausdrücklich nicht Teilnehmer, sondern strategische Führungskräfte für integrierte Lösungen sein. Sozioökonomische Ungleichheit, Umweltveränderungen, Zugang zu nahrhaftem Essen und Bewegungsmöglichkeiten beeinflussen demnach das Risiko für nicht übertragbare Krankheiten - Herz-Kreislauf, Diabetes, bestimmte Krebsformen, Verdauungsstörungen.
Was ich ab heute konsequenter prüfe
One Health ist für mich kein Aufmerksamkeitsfang. Es ist eine kalte Bestandsaufnahme dessen, was funktionierende Coaching-Arbeit ohnehin leisten muss: den Kontext mitdenken. In meiner Praxis sehe ich regelmäßig, dass der „perfekte" Ernährungsplan am Reißbrett scheitert, weil das Umfeld nicht passt.
Ab jetzt prüfe ich in jeder Erstanamnese drei Punkte schärfer. Welche Lebensmittel sind in der Region meines Klienten tatsächlich bezahlbar und saisonal verfügbar? Welche strukturellen Barrieren - Zeit, Budget, Familie, Wohnlage - stehen zwischen Wunsch und Umsetzung? Wie sieht der reale Bewegungskontext aus: Arbeitsweg, Wohnumfeld, erreichbare Räume?
Bleibt mindestens eine dieser Fragen ungeklärt, ist jeder noch so saubere Plan Empfehlung auf Papier. Die eigentliche Frage ist nicht, ob ein Lebensmittel „gesund" ist. Sie ist, ob das System dahinter es dauerhaft verfügbar macht.
Was ich weiter beobachte
Den entscheidenden Test sehe ich bei den Curricula. Bilden Hochschulen und Fachverbände tatsächlich um? Solange Studiengänge Ernährung als isoliertes Fach lehren, bleibt One Health eine Überschrift ohne operatives Rückgrat. Ich werde verfolgen, ob die Bildungsstrukturen in Europa und hierzulande nachziehen - oder ob der Anspruch erneut im Postulat stecken bleibt.
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